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  Die wunderbare Welt der Gehrer
Submitted by spiney on Thursday, 14 July, 2005 - 16:52
Politics · University · X-Files
 

...im Zitat: passend zu den Turbulenzen auf den heimischen Universitäten ein Spezial des Online-Standards mit den besten Versprechungen aus der Geschichte meiner Lieblingsministerin und was daraus geworden ist.

Ich sag's euch, eigentlich ist der Frosch doch ein verwunschener Prinz und hat deshalb von Bildungspolitik so wenig Ahnung. Eye-wink

 
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Subject:
nachtrag: was ist ein homo politicus?!
Author:leuchtkraft
Date:Sat, 16/07/2005 - 11:21
NICHT das ich das irgendeinem politiker dieses landes unterstellen möchte HAHA

Ökonomische Theorie der Demokratie
Der homo politicus ist der politische Modellmensch der Neuen Politischen Ökonomie (NPÖ), auch ökonomische Theorie der Politik (engl. Public Choice) genannt (Frey 1993, S. 26), der analog zum homo oeconomicus entworfen wurde, um politisches Verhalten erklären zu können. Wie sein bekannter "Bruder", ist der homo politicus ein rational denkender und handelnder Mensch, der, wenn er vor Alternativen gestellt wird, immer imstande ist eine Entscheidung gemäss seinen Präferenzen zu treffen und ceteris paribus immer die gleiche Entscheidung treffen wird. Die Handlungen sind insofern rational, als der homo politicus mit dem geringsten möglichen Aufwand an knappen Mitteln je Einheit des Wertertrags ein Ziel zu verwirklichen, d.h. mit minimalem Input einen bestimmten Output zu erreichen sucht (oder einen maximalem Output bei gegebenem Input) (Downs 1968, S. 291).

Die ökonomische Theorie der Politik basiert auf der Annahme des methodologischen Individualismus, d.h. dass politisches Verhalten, egal auf welcher Organisationsstufe, schlussendlich auf das Verhalten der einzelnen Individuen, als da sind Wähler, Regierungsmitglieder, Parlamentarier, Chefbeamte usw., zurückgeführt werden kann. Nicht alle Theorien führen diesen Ansatz allerdings konsequent zu Ende, denn sie gehen, wie Downs, nicht nur von rational handelnden Individuen, sondern auch von rational handelnden Parteien, Interessensverbänden und Regierungen aus. Bekanntlich folgt aus dem rationalen Handeln der Individuen aber nicht zwingend Rationalität auf kollektiver Ebene, wie dies das Gefangenendilemma zeigt[17]. Nichtsdestotrotz ist die Annahme der meisten ökonomischen Theorien der Politik, dass die erwähnten kollektiven Akteure ebenso rational handeln, wie das Individuum.

Analog zum Modell der Marktwirtschaft wird ein Modell der Demokratie propagiert. Anbieter sind die Parteien, Nachfrager die Wähler und angeboten bzw. nachgefragt werden politische Programme. Bezahlt wird natürlich nicht in barer Münze, sondern mit Wählerstimmen, d.h. nicht pekuniäre Gewinn- sondern Stimmenmaximierung ist angesagt. Für den Wähler geht es darum, die Partei zu wählen, "die ihm persönlich für die kommende Legislaturperiode am meisten Nutzen einzubringen verspricht" (Downs 1968, S. 37), für die Parteien darum, "eine möglichst grosse Zahl von Wählerstimmen zu erhalten" (Frey 1993, S. 28). Die Maximierung des individuellen Nutzens der Wähler wird also über den Konkurrenzkampf der politischen Parteien um die Stimmen des Volkes erreicht und impliziert gleichzeitig die Maximierung des gesamtgesellschaftlichen Nutzens als dem "grössten Glück der grössten Zahl".

Die ökonomische Theorie der Demokratie ist in erster Linie eine Theorie, die das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft über das Verhalten der Individuen erklären soll. Der Vorteil einer solchen Theorie ist insbesondere der, dass auf ein Wissen und ein (mathematisches) Instrumentarium zurückgegriffen werden kann, das in den Wirtschaftswissenschaften entwickelt und perfektioniert wurde. Die Eleganz und Geschlossenheit marktwirtschaftlicher Modelle kann so mühelos auf das demokratische Modell übertragen werden. Marktmodelle dienen aber nicht nur der Erklärung von Mechanismen des ökonomischen und im vorliegenden Fall des politischen Systems, in ihnen steckt auch der oft vernachlässigte Aspekt der Legitimation, der sich aus den Prämissen des liberalen Denkens ergibt. Die Souveränität des Bürgers leitet sich im liberalen Denken aus der vorstaatlichen Existenz des Menschen und seinen ihm inhärenten natürlichen Gesetzlichkeiten ab. Da im Menschen naturgesetzliche Prinzipien angelegt sind, dürfen die Menschen nicht in ihrem Wirken eingeschränkt werden, d.h. ihre Freiheit ist oberstes Gebot und nur insofern nicht absolut, als die Freiheit anderer ebenfalls gesichert sein muss. Der Staat hat also nur eine Existenzberechtigung, weil er die Freiheit des Einzelnen sichern muss und soll sich ansonsten weitgehend aus der Gesellschaft zurückziehen, um nicht die natürlichen Gesetze im Wirken der Menschen zu behindern. Das praktische Selbstverständnis des Liberalismus drückt sich insbesondere im Recht auf persönliches Eigentum, insbesondere auf "Privateigentum an den Produktionsmitteln" aus (Neumann 1987, S. 13). Schon Thomas Hobbes begriff die Gesellschaft als "Eigentumsmarktgesellschaft", in der es "nichts anderes als Marktbeziehungen zwischen freien Individuen" gab (a.a.O., S. 28). Die Beste aller Gesellschaften ist bei Hobbes also die, "in der alle Beziehungen zwischen Einzelpersonen in Marktverhältnisse umgewandelt werden" (Macpherson, C.B.: Marktwirtschaftliche Begriffe in der politischen Theorie, in: Grube 1975, S. 156).

Wie festgestellt wurde, können die Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaft aufgrund der analogen Modellbildung auf den Politikbereich übertragen werden. Hans Albert folgert konsequenterweise, dass auch Erkenntnisse der politwissenschaftlichen Forschung auf den Bereich der Wirtschaft ausgedehnt werden. Er geht deshalb dazu über, die Ideologie des Marktes, die Souveränität des Konsumenten, das politische Gegenstück der Souveränität des Staatsbürgers, zu entlarven, indem er die politwissenschaftlichen Erkenntnisse auf den Bereich der Wirtschaft überträgt[18]. Beide Varianten der Demokratieideologie, die politische und die ökonomische, dienen gemäss Albert dazu, die Souveränität des Bürgers in Form der freien Führer- und Konsumwahl nach dem Prinzip der Majorität der Stimmen und der Kaufkraft vorzugaukeln. Er kommt zum Schluss, dass die Prozesse der staatlichen und wirtschaftlichen Willensbildung niemals mehr als die Beschränkung des Spielraums der Machthaber, der Politiker und der Unternehmer, sein kann: "die Aussage, dass ªdie Massen nicht regieren, wohl aber die Regierung kontrollieren und ihre Macht beschränken' können, trifft ebenso auf den staatlichen, wie auf den kommerziellen Sektor der Gesellschaft zu" (Albert, Hans: Souveränität und Entscheidung, in: Grube 1975, S. 159).

Wenn das Marktmodell Ausfluss des liberalen Denkens ist und in diesem Sinne die Souveränität des Bürgers garantieren soll, wenn diese Souveränität aber nur eine scheinbare ist, dann dienen Marktmodelle der Verschleierung dieses Tatbestandes, d.h. der Legitimierung bestehender Herrschaftsstrukturen. Diese Kritik ist nicht neu und war wichtigster Ansatzpunkt für die Entwicklung sozialistischer Ideen und Bewegungen (Klima, Rolf: Liberalismus, in: Fuchs-Heinritz, Werner u.a.: Lexikon zur Soziologie, 3. Aufl., Opladen 1994, S. 403). Die Übertragung des Marktmodells auf den Politikbereich könnte sich also letztlich als Bumerang erweisen, denn nicht nur das Anwendungsgebiet der Markttheorie, sondern auch die Kritik an ihr verdoppelt sich. Einerseits richten sich nun nicht mehr nur politische, sondern auch ursprünglich ökonomische Argumente gegen das herrschende politische System. Andererseits erwächst den marktwirtschaftlichen Modellen nun auch Kritik von Seiten der Politikwissenschaften, Kritik, die ursprünglich dem politischen System vorbehalten war.
(http://socio.ch/demo/t_emoeck1.htm)


wie gesagt vielleicht erklärt dies die "vergessenskurve" unserer politiker Smiling - ein schelm wer nun böses denkt Eye-wink
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Subject:
Die Bohemisierung der Politik
Author:leuchtkraft
Date:Sat, 16/07/2005 - 11:14
Politik ist eine Kunst. Doch sie ist dem Handwerk näher als der Bühne. Wo Politiker zu selbstverliebten Künstlern werden, verändert sich die Politik: Die unerträgliche Leichtigkeit des Politisierens tritt an die Stelle von Verantwortung und harter Sacharbeit.

Alle haben eines gemeinsam: Ihr Rücktritt besiegelt eine Art neuer Bohemisierung der Politik. Das hat nichts mit der Beobachtung zu tun, dass Politik nur noch vordergründiges Medienschauspiel ist. Es hat auch nichts damit zu tun, dass komplizierte Fragen heute fernsehgerecht in Stichwortstakkatos beantwortet werden (müssen). Es geht auch nicht um die Frage, ob Politiktalkshows mit ihren ewig gleichen Ritualen der parlamentarischen Kultur würdig sind. Denn das hieße, Politikern zu unterstellen, sie würden die Instrumentarien der Politikvermittlung lediglich den veränderten Gewohnheiten anpassen – und so doch originär politisch handeln. Nein, die Krise der Politik ist die Krise des „homo politicus“ , der zum Boheme geworden ist. Als solcher handelt er gar nicht mehr originär politisch, sondern eher wie ein Künstler. Das deutet auf eine Krise hin, die weit tiefer geht, als es die Bonusmeilen-Debatte erkennen lässt: Der „homo politicus“ scheint vom Aussterben bedroht.



Stirbt der homo politicus aus?

Der „homo politicus“ ist der oft geschmähte, durch und durch politische Mensch, der die Politik zu seinem Beruf gemacht hat. Für ihn bedeutet das sprichwörtliche Bohren dicker Bretter politische Lust. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob diese Lust sich in barocker Pracht entfaltet wie bei Franz Josef Strauß, in preußischer Kühle wie bei Helmut Schmidt, in nüchterner Pflichtversessenheit wie bei Hans-Jochen Vogel oder bodenständiger Bürgermeisterei wie bei Helmut Kohl. Politische Lust ist keine Frage des persönlichen Temperamentes.

Dieser „homo politicus“ sucht nicht in erster Linie die Bühne, er sucht die Werkhallen der Demokratie: Kabinett, Parlament, Ausschuss, Parteitag, Wahlkreisversammlung, Sprechstunde im Wahlkreis, Fabrikbesichtigung, internationaler Austausch. Kommen die Menschen in die Werkhalle, kann sie für den „homo politicus“ zur Bühne werden. Aber er braucht die Bühne nicht um der Bühne willen. Beifall
oder Buhruf wischt der „homo politicus“ mit einer ärgerlichen Handbewegung zur Seite. Gesetze, Verträge oder Abkommen dagegen, die weiterbringen und Prob-leme lösen, begeistern ihn.

Dem „homo politicus“ käme es nie in den Sinn, wegen Niederlage oder Widrigkeit keine Politik mehr zu betreiben. Er würde nicht aufhören, um die Macht zu kämpfen, die es ihm ermöglicht, zu verändern und zu gestalten. Anders ausgedrückt: Der „homo politicus“ ist das genaue Gegenteil eines Boheme.


Woher aber stammt der Begriff des Boheme und was meint er? Im Frankreich des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Wort zum Sammelbegriff für die armen Künstler von Paris. Über den europäischen Kontinent trat der Begriff des Boheme dann seinen Siegeszug an. In den Metropolen wie Prag, Budapest, Paris, Berlin, London oder Madrid entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch eine Art Künstler-Boheme. Sie verbanden mit dem Begriff die Ablehnung geregelter Berufsarbeit, freie Liebesbeziehungen, das Zusammenleben in Wohngemeinschaften und den Hang zum Anarchischen, Antiautoritären.

Allen diesen Phänomenen ist eines gemeinsam: Spaß, Vergnügen, Konsum, Intensität der Erlebnisse, Sprunghaftigkeit und Schnelllebigkeit. Der Genuss hat Vorrang vor kontinuierlich gelebter, unspektakulärer, verbindlicher Verantwortung, die auch Rückschläge und Verzicht mitein-schließt. Dazu feierte die Boheme auch noch das Gefühl der moralischen Überlegenheit gegenüber dem Normalbürger als „eigentliches Leben“.

Auch das sind typische Elemente des Selbstverständnisses der Boheme. Sich selbst als Avantgarde fühlen, die „drinnen“ ist in der geschichtlichen Entwicklung, sich ab und an einmal herablässt, zu schauen, was sich „draußen“ tut. So schätzt die Boheme den Durchschnittsbürger eher abwertend ein, sich selbst aber als einen Menschen, der nur dem Maßstab „Spaß“ verpflichtet ist.

Hier zeigt sich, was Bohemisierung der Politik bedeutet und warum sie so gefährlich ist. Der Wähler kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass Politik wirklich als Aufgabe mit großer Verantwortung begriffen wird und nicht als Spielplatz, auf dem man sich nach Lust und Laune tummelt. Und den man schließlich verlässt, wenn einem die Spielförmchen zu langweilig werden oder das eigene Spiel mit den Grenzen des Erlaubten ans Licht kommt. (DT vom 08.08.2002 Von Johannes Seibel)
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Subject:
Ähhh...
Author:Sheena
Date:Sat, 16/07/2005 - 15:49
...sollen wir das alles wirklich lesen?! Shocked
Mag ja interessant sein, aber eine Kurzfassung hätte es wohl auch getan!
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Subject:
lesen...
Author:leuchtkraft
Date:Sat, 16/07/2005 - 20:49
habe ehg die fazits rausgemarkt
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Subject:
Chance verpasst!
Author:--root--
Date:Fri, 15/07/2005 - 11:13
Mich ärgert vor allem, dass ich nicht in die Politik gegangen bin!

Fettes Gehalt, Spesenkonto, Firmenwagen, Begünstigungen, Abfertigung und was muss ich dafür tun?
Nur lügen, lächeln und die Schuld auf andere schieben...das müsste ich hinkriegen...

Wolferl NIMM MICH!!!
(würd aber auch zum Gusi gehen....grüne nicht so sehr, die scheinen wirklich noch an das zu glauben was sie sagen...und für die blauen vertrag ich zuwenig alkohol...ausserdem kann ich nicht fechten...)

Barf!
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Subject:
Politiker
Author:Hiro Protagonist
Date:Fri, 15/07/2005 - 11:02
Da ein Politiker weiss, wie viel er lügt, ist er erstaunt, wenn ihm jemand glaubt.

So oder so ähnlich ging ein Spruch von so einem Sprüchekalender wie er bei uns im Büro hängt.

Die Bildungspolitik in Ö finde ich in den letzten Jahren auch nur mehr Sad

Der Spruch von morgen lautet im übrigen:
Wir sind machtlos, wir Autoren, aber ohnmächtig sind wir nicht.
Heinrich Böll

In diesem Sinne ... gut blog
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Subject:
*gggrrrrr*
Author:Sheena
Date:Fri, 15/07/2005 - 08:28
Gott, wie ich diese Frau nicht leiden kann!!! Diese dämlichen Aussagen gepaart mit ihrem blöden Gschau sind einfach unerträglich!! Es ist unfassbar, dass diese unfähige "Frau" (Puzzled) noch immer als Regierungsmitglied im Parlament und nicht schon längst Querflöte-spielend in Pension (siehe ihr Zitat) in Vorarlberg sitzt.
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